2011 – NL – Zuid Africa – Kenia

Kenia “short rains”???

Wie schon erwaehnt, hat es die Nacht geregnet. Nicht zu wenig, und es nieselt immernoch. Wir fahren trotzdem. Am Ende der Ortschaft raten uns die Leute nicht loszufahren, weil der Weg zu schlecht sei. Ach, kann doch so schlimm nicht werden… oder doch? Mir ist mulmig zumute, aber ich bin guter Dinge und komme mit dem nassen, schmierigen Drecksweg erstaunlich gut zurecht. *freu*
Trotzdem kommen wir nur sehr langsam voran, und der Weg wird immer schlechter.

Gegen mittag, auf halber geplanter Tagesetappe und nach meinem ersten Schlammbad! (Die Yamaha lag ja schon oefters, aber diesmal das erste Mal mit mir zusammen!), stecken wir bis zu den Knien im Matsch und beide BMWs muessen vorerst das vordere Schutzblech amputiert bekommen, weil sich die Raeder nicht mehr drehen. Alles matschverklebt. Wir ackern irgendwie die Maschinen aus dem Dreck und sind fix und fertig. Alle Drei! Und sehen aus,… und schwitzen…
O.k… Plan B: einen Kilometer zurueck schlickern, zur kleinen Ortschaft, und sehen was geht.

Dort treffen wir auf Elias und seinen Kollegen. Sie haben Lebensmittel nach Moyale gefahren und sind jetzt “leer” mit Ihrem Truck auf dem Rueckweg. Wir verhandeln die Motorraeder und uns in den Truck. Mit vereinten Kraeften hiefen wir die drei Maschinen irgendwie hoch und rein. Ich haette nicht gedacht, dass das so geht. Aber Ward und Martin sind da schon sehr erfahren. Die Hilfsbereitschaft der Dorfbewohner haelt sich leider sehr in Grenzen. Aber gucken koennen sie gut! Auch ohne Bezahlung.
Na dann mal los. Alles hoffentlich gut festgeschnallt und ab. Langsam aber sicher schaffen wir ca. 500m und stecken dann mit den Raedern und bis an/ueber die Achse im Schlamm fest. Es gibt kein vor und kein zurueck!

Mal sehen… Elias will einen Allradantriebtrecker aus dem Nachbarort (45km entfernt!) organisieren, der uns rauszieht. Man muss dazu sagen, dass die Piste auch fuer allradangetriebene Fahrzeuge sehr schwierig und nur sehr langsam zu bewaeltigen ist. Da sind riesige Wasserloecher und alles verschlammt.
Wir warten und warten und verbringen die Nacht im Truck.
Am naechsten morgen kuendigt sich ein neuer Helfer an. Allradtruck “big elephant”!, schon auf dem Weg, wird uns rausziehen! Zuversichtlich warten ist angesagt!
Er kommt nicht… zieht es vor erst am naechsten Tag, wenn es trockener ist, zu fahren. Zu viele Fahrzeuge stecken auf dem Weg fest. Ein Bus und ein weiterer Truck in unserer Sichtweite!
So verbringen wir eine weitere Nacht im Truck. Haben ja keine Wahl… dann geht es wohl am naechsten Tag weiter?
Ja! Er kommt und zieht uns raus. (Kurzversion!:)
Wir huepfen im Truck ueber die Piste und ich hab arge Bedenken, dass das die Motorraeder hinten drin heil ueberstehen. Ward hat sie sehr gut festgeschnallt, aber nach zweistuendiger Fahrt und einer Kontrolle, ist schon einiges an Fixiermaterial verschlissen.
Wieder bestmoeglich fixen und weiterhoppeln.
Bei einer weiteren Kontrolle hat es Martins Motorrad schon halb in die Knie und durch die Wand gezwungen.
50km vor Marsabit laden wir aus und fahren selbst weiter. Der Weg ist schon laenger ganz trocken und fuer uns sicher jetzt besser befahrbar als fuer den Truck. Dann mal raus und los.
Danke Elias! (Hier der Aufruf an deutsche und hollaendische Singlefrauen: er ist auf der Suche und moechte nach D oder NL heiraten!)
Martin hat seinen vierten Platten und spaeter ueberholen wir Elias auch mit Reifenpanne 10km vor Etappenziel.
In Marsabit beschliessen wir zu uebernachten und frueh am naechsten morgen die letzten 120km Piste zu bewaeltigen.
18.10. Es regnet. Morgens um 6.00h ist alles nass. Regen, Nebel, kalt… Marsabit unter Wasser… so ein Mist. Und jetzt?
Eigentlich wollten wir heute Rob in Nairobi treffen. Das wird ja eh nix, aber morgen dann wohl auch noch nicht…
Mal sehen wo Elias und sein Kollege uebernachtet haben. Ob wir die Motorraeder nochmal in den Truck hiefen?
Nicht in diesen, stellt sich heraus, aber leider in einen anderen. Ich wuerde es nicht glauben, wenn ich nicht dabei gewesen waere…
10.00h wir hinten mit den Mopeds aufm Laster los, 7km gefahren, und…
taeglich gruesst das Murmeltier.
Der Laster haengt fest. Am Berg. Kein vor, kein zurueck und das fuer ca. 3Stunden. Dann geht es weiter. Eine 5stuendige Fahrt. Details und meine Stimmungslage seien Euch erspart. In der Dunkelheit erreichen wir unser Ziel. Ausladen, was essen… ich zumindest!

…und Gute Nacht.
Am naechsten morgen gehts nach Nairobi. Es faengt wieder mal an zu regnen. So heftig, dass man fast nichts mehr sehen kann. 18Grad. Griffheizung an und durch.
Am Ende kommen wir Alle Drei gut in der “Jungle Junction” an.
Rob hat sich die Zeit in der Stadt vertrieben und unsere Ersatzreifen vom Flughafen hierher organisiert. Super, Alles passt.
Heute ist grosser Waschtag. Unsere Klamotten uebernehmen die Damen hier von der Junction. Die Motorradkluft steht vor Dreck, stinkt und ist schmierig ohne Ende. Muss erstmal ne Weile einweichen.
Wir kuemmern uns um die Motorraeder. Da gibts einiges zu tun!!!
Sehr gut. Die Sonne scheint!
Morgen gehts dann fuer Rob, Ward und mich weiter Richtung Tansania.
Bis dahin… 🙂