2011 – NL – Zuid Afrika -> Ethiopia

Ethiopia

Ueberall sind Menschen und Tiere auf den Strassen. Besonders viele Kinder. Alle sind sehr euphorisch. Sie kommen angerannt und jubeln und winken uns ueberall zu. Jedem zurueckwinken ist auf die Dauer ganz schoen ermuedend. Dennoch: wir winken und nicken und bremsen fuer Jeden und Alles. Trotzdem schafft es ein Schaf mir waehrend der Fahrt den Stiefel zu polieren. Dummes Ding! Hat sich gluecklicherweise wieder berappelt, und ich fahre mit gutem Gewissen weiter.
Steinewerferkinder, von denen wir viel gehoert haben, und fuer die wir sensibilisiert sind, gibt es nur sehr sehr selten. Ich bin nur einmal von nem Maiskolben am Knie erwischt worden und bei Ward hat es einmal am Koffer gescheppert… keine groesseren Verluste! Das gefaellt.
Die Menschen sind freundlich und offen. Ich frage mich aber schon oft, was sie wohl denken, wenn wir auf unseren grossen Maschinen daherkommen…
Unsere Reise fuehrt uns erst ein paar Tage durch den Norden. 1000km offroad.

Erfahrung sammeln fuer mich und… warten fuer die Maenner. Mein besonderer Respekt gilt den 180Grad Kehren, Schotter/Sand, und steil bergauf oder bergab. Konzentration und schoen langsam! Das Wetter ist super und der aethiopische Norden wunderschoen! Die Regenzeit ist seit zwei Wochen vorbei, und das sieht man. Alles blueht und gruent.

Die Menschen ziehen durch das Land. Mit Rindern, Kamelen, Ziegen und dem aethiopischen Transportmittel Nummer eins: dem Esel. Der schleppt und zieht Alles was beweglich ist. Es ist/scheint so natuerlich und einfach. Die Felder werden durch Mensch und Tier muehsam, fuer unsere Verhaeltnisse natuerlich laengst nicht “zeitgemaess”, bewirtschaftet. Aber die Uhren ticken hier anders. Und das auch noch woertlich. Im aethiopischen Kalender schreiben wir das Jahr 2004. Und zwischen August und September gibt es noch einen Monat, der 6 Tage hat. Deshalb: Aethiopien, das Land, in dem 13Monate die Sonne scheint.

In Lalibela begucken wir wenige von vielen in Stein gehauene Kirchen. Sehr beeindruckend. Die Gebaeude sind allesamt aus dem Stein herausgehauen. Damit ist dann aber auch unsere Gier nach Historie erstmal befriedigt.
Addis Ababa, die Hauptstadt, die mir bis jetzt am Besten gefaellt. Wir sind (natuerlich nur kurz!) orientierungslos auf der Suche, da kommt Karola auf mich zu und laedt uns, unbekannterweise, zum Abendessen zu sich und Micky nach Hause ein. So nett, spontan und unverhofft wird es ein richtig schoener geselliger abend.
Am naechsten Tag noch ewig lang so nen Versicherungsgedoens fuers Moped regeln/ warten!
Hierbei offenbart sich mal wieder ganz besonders die uns schon bekannte, fehlende Oekonomie und mangelhafte Effizienz der afrikanischen Buerokratie. Aber wer wird sich aufregen… hier gibts 20 Leute im Buero, die arbeitslos waeren, wenn es anders liefe. Das will ja auch Keiner!
Moyale heisst der Grenzort Aethiopien/ Kenia.
Wir regeln alle Grenzformalitaeten so erschreckend schnell und unkompliziert, dass wir am naechsten Tag ganz frueh los koennen.
Die beruehmt beruechtigte “Moyale Piste” soll die erste Herausforderung Kenias fuer uns werden. 500km Schotter, Wellblech, Sand, Steine. Wir haben mal optimistisch zwei Tage geplant.
Nachts regnet es in Stroemen. Wir sind froh, dass wir im Hotel, und nicht auf dem Campingplatz hocken.

15.10. 7.00h im Sattel: Kenia wir kommen!